Sarach – Songs of Dreamhomes and Heartache (Bex Records)


August 11th, 2008 | 2 Kommentare ...  

Sarach – Songs of Dreamhomes and Heartache (Bex Records)

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Gute, passionierte Musiker mit rauchig-sonorer Stimme sucht man in deutschen Landen lange. Nicht wunderlich dabei ist, dass es solche gibt, diese aber kaum ans Licht geholt werden. Dies passiert gerade in so medial best ausgestatteten Hochburgen wie Köln auf die peinlichste Weise, auf dass bestimmte Lokalhelden, solche, die deinen Abend mit ein paar Akkorden im Handstreich umdrehen, überhaupt keine Rolle spielen, es sei denn, man kennt sie und sich mal wieder gut aus.

Die Rede ist von Peter Sarach, wenigen vielleicht noch bekannt als Sänger einer der vielleicht besten deutschen Rockbands aller Zeiten: Rausch. Heute noch unter dem Namen Cowboy on Dope unterwegs, hat dieser ein Coveralbum veröffentlicht, dessen Titelauswahl allein schon beindruckt. Keine tumben Rocker, sondern durchweg ruhige und tiefgründigere Töne, und in mancher Hinsicht, mit seinen sieben Leonhard Cohen Titlen, fast schon wie ein Leonhard Cohen Tribut Album.

Zwischendurch aber stehen fast heitere Strassenheuler wie J’aimerais von Eli Thoboell und Text Sarach, oder Brels Gassenhauer Amsterdam, wo Sarach ebenso zu Höchstform aufläuft, so wie bei Turn the Turnstiles von Neil Young, dem auch noch zwei weitere Titel gewürdigt wurden.

Auch Ne Me Quitte Pas, wer kennt das Jaques Brelsche Stück nicht in der weltberühmten Interpretation von Edith Piaf, Sarach nähert sich dem Stück auf eine traurig zurückhaltende, dennoch nachhaltig überzeugende, selbst-bekräftigende Weise, dergestalt, dass man ausgerechnet Ne Me Quitte Pas neu entdeckt und hören will. Oder Leonhard Cohens Drama Avalanche, dem Song, das heutzutage wie ein Stück Tiefseegold versunken, das nur sehr wenige interpretieren wollen und können, wie zum Beispiel Nick Cave, bevor er bekannt wurde. Hier wird es zu den dunklen Stimmungen unaufhaltsam in den kakophonen Untergang getrieben ohne an Melancholie zu verlieren.

Eingespielt und vorgetragen wurde dies mit der um die Sarach Clique bekannten Güte. Vor allem die Entdeckungen Hanno Kahl (Piano) und Volker Becker (Violine), die trotz ihrer herausragenden geforderten Direktheit jedes Stück angenehm umfließen. Wolly Düse (drums, percussion)und Thorsten Dohle (gitaren) mögen manchem ebenso ein Begriff sein als wie die weiteren Gastmusiker wie Eli Thoböll, Maria Motjer, Leo Laveau, Boris Polonski oder Mel Collins, seines Zeichens britischer Saxophonist bei Alexis Korner, Eric Clapton, Dire Straits, Bryan Ferry, Marianne Faithfull, The Rolling Stones, Alan Parson oder der Harald Schmidt Band.

Nur eine Person aber würde ich noch mal mehr herausheben, nämlich eine Type namens Crazy, die auf dem Cover unter “Backing Vocals” verzeichnet ist. Würde mich nicht wundern, wenn man von ihr in Zukunft noch mal hören wird, so wie sie sich letztens bei einer kleinen privaten Veranstaltung aufgeführt hat. Hier eindeutig bei Cohens brühmtesten Stück Famous Blue Raincoat als schiere Besoffski im Chor. Anhören!

Über 1 Stunde gibts:

1. Who by Fire (L. Cohen)
2. J’aimerais (Eli Thoboell / Sarach)
3. For the Turnstiles (Young)
4. Ne Me Quitte Pas (Brel)
5. Sisters Of Mercy (Cohen)
6. Hospital (Richman, Jonathan)
7. Salad Days (Rausch)
8. Avalanche (Cohen)
9. Drugs (Byrne)
10. Amsterdam (Brel)
11. Famous Blue Raincoat (Cohen)
12. Revolution Blues (Young)
13. Caroline Says (Reed)
14. In Every Dreamhome A Heartache (Ferry)



Kommentare / Comments:

  1.  
    1. Peter Sarach  

    Besten Dank für die nette Kritik. Hat mich sehr gefreut.
    Liebe Grüsse,
    Peter

  2.  
    2. crazy  

    …und mich erst!… Extra-Orden auch dafür, dass das scheinbar nicht nur der erste, sondern wohl bisher einzige längere Kommentar zu dieser super Platte im worldwideweb ist… Schande über alle anderen!
    love´n´respect xxx crazy

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