Oberhofer – Time Capsules II


(Glassnote / Cooperative Music)

Februar 29th, 2012 | 1 Kommentar ...  

Oberhofer – Time Capsules II

Von Benjamin Cries

Glatter Etikettenschwindel. Aus Oberhof kommt er nicht, dieser Oberhofer. Dafür aus Tacoma, Washington. Beziehungsweise Brooklyn, NYC. Wohin es junge Menschen aus Tacoma, Washington, halt so verschlägt, wenn sie den Geist des Indierock in sich verspüren und nebenbei die Vorzüge des Studentendaseins genießen wollen. Wie es einen Oberhofer – den aus Oberhof jetzt – halt nach Berlin verschlagen würde.

Hier aber eben Brooklyn, NYC.

Das sind dann Zeit und Ort, wo Sachen passieren, die das Oberhofer-Info kennzeichnet mit: “Drawing on influences ranging from Brian Wilson to Descartes, the 21 year old – also in persona Brad Oberhofer – is fixated on the idea of making philosophically minded, energetic melodies that just make people smile.”  Was das hier nun mit Descartes zu tun hat, sollen gern würdigere Connaisseure beurteilen – und olle Brian Wilson kommt einem hier nun auch nicht gerade mit dem Zauberstab entgegen. Lassen wir indes die Kleinteiligkeit – Spaß macht das Treiben hier gerade abseits von Philosophie und verstaubtem Beach-Boys-Glanz ja schon (wobei, die Beach Boys kommen bald in die große Halle am Ostbahnhof, personell etwas gebeutelt versteht sich, gehen wir da eigentlich hin?)

Zurück zu Brad Oberhofer: nun zuckt und juckt einem der erste Frühling 2012 ja geradezu in den Gliedern. Und wenn’s dann bald so richtig losgeht, empfehle ich Cruising FDR, aufgedreht und nüscht wie raus. Euphorisierend, wie Indierock, der seine Lektion Sixties gelernt hat, nur sein kann. Nun ist hier nicht alles von dieser guten Qualität. Doch gibt es tatsächlich “Hooks with expansive instrumentation” wenn auch weniger „kooky, unpredictable song structures“ als erwartet, dazu setzt es programmierte Drums, ein wenig Livepercussion, Xylophon und auch mal einen gediegenen Wall Of Sound von der Gitarre.

Zwischenmenschlich trotz junger Jahre natürlich schon arg gewitzt – so melancholisch wie er zu Promozwecken unter dem Kronleuchter hinwegschaut, verhandelt Oberhofer textlich Begehren und Verlieren, popmusikalische Themen mindestens doppelt so wie Brian Wilsons beste Jahre hinter uns liegen und doch immer noch Gesprächsstoff. Potzblitz! File under Collegeradio will play this. Da leg’ ich doch, präfrühlingshaft milde gestimmt, dieses Werk dem Indierocker in uns allen ans Herz. Vielleicht habt ihr ihn aber auch gerade im Magnet gesehen, dann wisst ihr ja schon Bescheid.

http://www.myspace.com/oberhofermusic



Kommentare / Comments:

  1.  
    1. Beate  

    Hi
    kann den 27.März kaum noch abwarten, wenn das Album erscheint. Dank für die Top Review :-)

    Beate