Navel – Frozen Souls (Louisville)


April 7th, 2008 | 0 Kommentare ...  

Navel – Frozen Souls (Louisville)

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Die Frage die ich mir stelle ist eigentlich was wäre wenn das geschätzte weil überaus umtriebige Label Louisville Navel aus Erschwege nicht unter Vertrag genommen hätte? Wäre Navel dann genauso bekannt wie sie heute sind, oder, noch besser, hätte sie irgendein Major mit Majo in die Papppromo gesteckt, oder irgendein Indie mit Sand im Getriebe, oder, würde man die Band dann überhaupt so ranlassen? Mit Louisville, jener semi-professionellen Familieninsel in Berlin hat die Band ein Label, dass sie perfekt als Indieband in Majorschläuche pumpt, und dabei, wo es nur geht, die Sau raus lässt. Das spiegelt sich auf Frozen Souls dann in erst schwer fälligen Headbang, wo die Wurst gleich samt Majo und Pommes in Form von Soul, Slide, Mundharmonika, TripHop, Stoner, Psychedelic und Verzweiflung in der Wüste ohne viel Echo in den Vocs verschmissen wird. Die Gitarre will was, die Stimme will noch mehr und der Rest bedeutet eh alles. Nur, wo will man hin, wo kommt man her, Gefrorene Seelen ist da schon der richtige Albumtitel. Wäre es nicht so Neo-Grunge oder Rock-Division, Schubladen die Sänger Jari mit seiner Stimme eines Sterbenden anzieht wie Alm Fliegen, würde man sich über die intensiv durchtriebenen Arrangements, abwechslungsreich hüpfenden Breaks und das-sich-aus-der-Szene ziehende Pathos der Band unterhalten. So scheint die Band in ihrem eigenen Schaffungsprozess zu stecken, indem sie Berge zum wackeln bringt, aber niemand so recht eine Antwort darauf hat, wer die Brocken die da herunterkamen nun beiseite räumen soll. Vielleicht hat das Biz so etwas ja auch nur schwer nötig.

www.myspace.com/navelofswitzerland



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