Mr. Oizo – Lambs Anger


Ed Banger Records, VÖ: 17.11. 2008

November 20th, 2008 | 0 Kommentare ...  

Mr. Oizo – Lambs Anger

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Mr. Oizo ist wieder da. Im Jahre 1999 erfand Quentin Dupieux ein putziges Kuscheltier, den dazugehörigen Flat Beat und blies diesen im Zuge der Werbekampagne eines Jeansfabrikanten durch jeden Radioäther und Gehörgang auf dem Globus. Das Cover des neuen Albums ziert nun abermals Flat Eric, bedroht von einer Rasierklinge. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Lambs Anger ist Oizos dritter Longplayer. Tanzflächentaugliche Gay Disco, mehrfach gefilterter FrenchHouse und der ein oder andere illustre Gast (Uffie, Errorsmith) geben sich hier die musikalische Klinke in die Hand. Abgefahrene Songtitel wie Gay Dentists oder Bruce Willis is Dead umschreiben ein ebenso zerissenes, als auch hektisches Soundpotpourri.

Damit sind wir auch schon beim großen Knackpunkt dieser Veröffentlichung. Kaum einer der Tracks dauert länger als 3 Minuten. Anfangs dachte ich an einen speziellen Gimmick der Promoabteilung. Heutzutage weiß man schließlich nie. Aber der Soundclash mit dem kurzen Atem steht auch in der käuflichen Endfassung auf dem Programm.

Viele der Tracks lassen das unverkennbar vorhandene Genie Dupieux’ nur kurz aufblitzen, den dicken Synthie – Lines wird keine Chance gegeben sich auszubreiten und ihre volle Wucht zu entfalten. Der Opener Hun könnte ein klassisches Oldschool Electro Brett vom feinsten sein, findet jedoch, kaum hat man richtig Spaß, nach 2 Minuten 12 ein jähes Ende. Pourriture 2 stößt danach einfach nur vor den Kopf. Als Anspieltip nenne ich mal das in Zusammenarbeit mit Uffie entstandene Steroids, der einzige Single – kompatible, potenzielle Hit weit und breit.

Leider wirkt die komplette Platte eilig und nervös zusammengestückelt. Die tollen Ideen, welche zweifelsfrei vorhanden sind, gehen in diesem allzu kurz und grell aufblitzenden Feuerwerk leider unter. Weniger ist eben doch nicht immer mehr.

” You’re about to hear some recorded stuff – some are good, some are bad.”, erzählt uns eine Frauenstimme aus dem Sampler schon in den ersten Minuten. Na dann. Für mich ist das zu wenig.

Da Lambs Anger beim Pariser Hipster Label Ed Banger erscheint, wird sich das Teil trotzdem verkaufen wie geschnitten Brot.

www.myspace.com/oizo3000



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