Mit – Coda (Haute Areal/Cargo)


März 7th, 2008 | 0 Kommentare ...  

Mit – Coda (Haute Areal/Cargo)

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Vielleicht verkörpert keine Band zur Zeit eine neue Generation so sehr als wie gerade MIT. Nach zwei EPs und einer Single Goodbook gelingt ihr erstes Album Coda so unerwartet gewagt gut, wie es vielleicht auch nur so junge Typen Anfang Zwanzig mit den passabelsten Vorbildern experimenteller und unkonventioneller Originale wie die Einstürzenden Neubauten, DAF oder von Spar aufbringen können. Produziert vom Berliner Electro Berseker Namosh Arslan haben sie da alles nur richtig gemacht. Ihre Mucke schuppert roh und unfertig und ist trotz eines klassischen Moog Synths kein Sound den man früher schon mal wo abgespeichert hätte. Manche Stücke sind sofort tanzbar, dann schleichen sich dubbige Elektroparts ein, bis gegen Ende alles wieder in einem Reprise zusammengeführt wird. Zwischendurch arbeitet sich Sänger/Shouter Edi Winarni an deutschen Textzeilen wie „Wir werden neu gebaut“ oder „Lieg auf der Strasse oder tanze, Arbeit-Tanze“ ab, die sehr eindeutig Parallelen zu früher deutscher 80er Lyrik aufweisen. Das ist wie es ist, rauh, jung, direkt und gefühltmäßig einzuordnen zwischen Die Kleinen und die Bösen von DAF, Ascii Disko und vielleicht gar die Freiheit der Klaxons. Erst am Rande erkennt man, dass Coda auch als (Kunst-)Werk, anstatt bloßes Abarbeiten am eigenen Repertoire verstanden werden kann. Als gebe MIT sich nur als abstrahierte Skizze preis, hören die meisten Tracks genau dann auf, wenn man meint sie eben erst begriffen, oder erhört zu haben. Das mag eine gute Grundlage dafür zu sein, Live mehr, viel mehr herauszuholen. Dort ist die Band MIT bekanntlich auch bestens zuhause. Nicht nur in Köln oder Berlin, auch in London, Paris oder Istanbul feiert die Band Erfolge, wie sie von keinem anderen deutschen Act seit langem berichtet wurden.

www.mitmitmit.de | www.myspace.com/mitmitmit



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