Klotz+Dabeler Menschen An Sich (Zick Zack / Indigo)


November 5th, 2007 | 0 Kommentare ...  

Klotz+Dabeler Menschen An Sich (Zick Zack / Indigo)

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Das neueste Hamburg-Berlin Horror-Duo namens Klotz und Dabeler soll man wohl gutheißen, weil man über irgendeine Ecke jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der alles gut findet, oder jemanden kennt, der nichts gut findet und deshalb muss ein “grundsätzliches” Album mit dem grundsätzlichen Titel Menschen An Sich her, was alleine schon sterbenslangweilig ist. Und prompt hat ne Platte so weh getan, wird billig, fast herablassendes Geschrammel als “Glamrock” verkauft, oder würde, bis ausgerechnet auf das letzte Stück betitelt “Heute Nacht”, zum Anlage abschalten passen. Immerhin etwas, worüber sich Über-vierziger mit Vergangenheit Gedanken machen sollten.

Hatten sich die Ex-Lassie Singers Sängerin Almut Klotz und Ex-Rocko Schamoni Revernd Christian Dabeler (wer?) vorher nicht schon als Autoren Duo zu dem wer-weiß-wie-der-in-den-Handel-gelangte “Berlin-Roman” Aus dem Leben des Manuel Zorn versucht, welches selbst von der sonst so geneigten Taz als “untergulliertes Farbgeschwafel” abgetan wurde, wird Menschen An Sich nun als kalkulatorischer “Literatur Pop” verkauft, als hätte es zum Beispiel Gruppen wie Einstürzende Neubauten nie gegeben. Dabei bringen es die da so obergewichtig dreinblickenden Szenenamen höchstens auf anstrengenden Labertour-Pop, als alternative Frauenzeitschriftthematik zum Nägel hochrollen.

Wer darin noch den Schwung der Lassie Singers rezitiert, oder gar die Rocko Schamoni Vorschusslorbeeren des Reverend Babbeler (irgendwann steigert sich dieser noch zur Mariacron versoffenen Westernparodie) für voll nimmt, der darf mal seine geschmacklichen Präferenzen checken. Höhepunkt die fast noch mit Nachsicht zu bewertende, weil hier und da o-k- übersetzte Version von “Wish You Were Here” (ja-Pink Floyd, wurde beim Größten aller Schnorchelsender namens WDR zum besten Album aller Zeiten gewählt;), insgesamt aber so spießbündig schunkelselig dargeboten wie ein altes Stück Sofa auf der Ecke Neue Schönhauser.

Auch die klopapierten Coverversionen von Meinecke und Reiser (Was ich an dir mag), Sunday Morning (in Keine Zeit) oder Love Is All Around -The Troggs (Happytown Beachclub, wa?) muss ich kein zweites Mal anwerfen. Da hätte man vielleicht besser gleich ein schönes Coveralbum herausbringen sollen. Stattdessen bekommt man K&B bestimmt als nächsten “Hinhörer” bei diversen Kulturmagazinen und Radiosendern reindiktiert. Wie unoriginell muss es einem eigentlich noch gehen?

www.myspace.com/klotzdabeler



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