Kissogram – Nothing Sir (Louisville)


April 9th, 2007 | 0 Kommentare ...  

Kissogram – Nothing Sir  (Louisville)

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Auch Kissogram überraschen mal wieder mit einem überreifen Album. Für mich eh eine der besten musikalischen Projekte die Berlin bislang hervorgebracht hat, gehen Jonas Poppe (Gesang, Gitarre, Synth) und Sebastian Dassé (Beats, Synth) alias Kissogram mit ihrem neuen, zweiten Album Nothing Sir eindeutig weiter auf die hohe Qualitätsschule. Was da so verstolpert anfängt (entweder habe ich eine defekte CD, oder die Schnitte sind gewünscht und haben einen hohen Hinhörwert) hat den kunstvollen Spagat zwischen Kunstnerd, Kopfloch, Gabba, Elektro und Punkrock bis Kirmeslaune, Orientfilme, Walzerträume leerer Tanzhallen zu Blue Velvet ähnlichen, tragik-knisternden Balladen oder dem Buzzard King als geschickten King Bee Nachfolger. Man versteht ihre Musik immer besser, denn dies kein alberner Festival Pop oder durchgereichter Clubdissenkram – auch wenn dort das eine oder andere Stück perfekt hineinpassen wird, sondern eine ungeheuer breite Palette charmant schmitziger Nummern, die immer Gentlemen like und witzig von einer hohen musikalischen Kompositions- und ebenso textsicherer Reflektionskraft zeugen. Allein Manager in Love, das eine Reihe, in seinem vorgelegten Disco Slapstick Tempo unvermeidbare Kettenkatastrophen eines Managers “in Love” beschreibt, ist schlicht große Klasse wie wunderbar erheiternd. Da kommen selbst die depressiven Themen noch so leicht und beschwingt daher, auf dass der, der das nicht gut finden kann, sich mal Gedanken darüber machen sollte, ob ein Besuch wenn nicht beim Arzt, dann auf einer ihrer aktuellen Tourkonzerte mal angebracht wäre.

http://www.kissogram.de

http://www.kissogram.de

http://www.louisville-records.de



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