Japandroids – Post-Nothing


(VÖ 11.9.2009 / Polyvinyl)

September 14th, 2009 | 0 Kommentare ...  

Japandroids – Post-Nothing

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Ughh, warum klingen junge Bands reduzierter immer besser, ganz gleich was sie machen? So wie im Falle der vor drei Jahren in Vancouver, BC von Brian King (Gitarre) und David Prowse (Schlagzeug) gegründeten Japandroids, dessen bizarrer Name sich aus derer beider Vorgänger Bands Japanese Scream (Prowse) und Pleasure Droids (King) zusammensetzt. Nach zwei rumpeligeren EPs 2007 schichten sie auf ihrem ersten Longplay Post-Nothing alles aufeinander was sie besitzen, Sounds und Gefühle, rasant, taufrisch und verrauscht charming zugleich.

Setzen in letzter Zeit schon vermehrt Bands auf einen verzerrt verhallten unfertigen Lo-Fi Sound, setzt Post-Nothing, das eigentlich Post-Everything heißen müsste, dem noch einmal die Krone auf. Eine Platte, deren nur 8 Stücke und kurzen 37 Minuten immer etwas unbefriedigend zurück lässt, dessen simple Oberton-Catchyness aber dennoch unterbewusst ankettet und immer wieder zu von Neuem hören verleitet, bis sich jeder Track mit all seinen kleinen, versteckten Feinheiten und überdrehten Speed ins Gedächtnis eingebrannt hat.

Schon im ersten Track The Boys Are Leaving Town wird deutlich, wie es hier zur Sache geht. Das Schlagzeug und Gitarre wird keine Ruhe gegönnt, alles muss raus, weil The boys are leaving town/Will we find our way back home, begleitet von juvenilem Ahh Whoa Choruses und schwerem Geschütz. Fertig. Das wird über die nächsten 8 Stücke ähnlich laufen, wie bei Young Hearts Spark Fire, das musikalisch etwas offener, aber nicht minder stringent ist: We used to dream / But now we worry about dying / I don’t want to worry about dying / I just want to sing about those sunshine girls, heißt es da schon hellsichtiger, und spätestens zu Wet Hair sollten die Herzen derer ausbrechen, die sonst wie angekettet in den Ecken stehen, weil sie nicht auf das dumm bratzige irgendeiner auf fröhlich frisierter Begeisterungssprache können:

She had wet hair / Say what you will / I don’t care / I couldn’t resist it

These girls are all / Bikini Kill / We need a ride to Bikini Island

We run the gauntlet / Let’s get to France / So we can French kiss some French girls.

Ist Wet Hair noch der Brenner, wird so das Obertonige und Sonics Youtheske Sovereignty zum besten Stück, nicht nur auch hier wegen dieser einen, saloppen Textzeile: Es regnet in Vancouver heute Nacht – and I dont give a fuck, cuz Im far from home tonight.

Und stark, wie sich wie in Crazy Forever das Gegniedel im wummerigen Strudel versinkt, der jede Note schwer geschwungen wird und der Kopf mosht. Hier sind verheißungsvolle Minimal-Tüftler am Werk, die entweder ihre Vorlieben abarbeiten, oder noch länger von sich hören machen.

http://www.myspace.com/japandroids



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