Ja Panik – The Angst and the Money


(Staatsakt / VÖ: schon draussen)

November 25th, 2009 | 0 Kommentare ...  

Ja Panik – The Angst and the Money

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Nachtrag: Wieso eigentlich hängen sich so viele an Ja Panik? Wo soll es denn sein, dieses Ja und die Panik? Das was die Österreicher da machen, ist hinter ihrer hochgehaltenen Zitat-Fassade doch nur biederes Sloganizing, mittelprächtiger Popperkram, wisserischer Gymnasiastenstonz, das weit hinter einer Durchschlagskraft von 1000 Robota zB. zurücksteht. Was hier als höchst beachtenswerte Texte unterstrichen wird, könnte genauso gut der Spruch einer Wurstverkäuferin sein (sic).  Vielleicht ist ihr Vorgänger “The Taste and the Money” als ihre Rausch- und Exzess-Platte ja den entsprechenden Abstrakheitsgrad besser, erfüllt ihren Anspruch als Kunstpop auch bei nicht-Vegetariern wie mich, aber The Angst and the Money als Kater-Platte danach ist genau das: Kopfweh haben.

Um es mit einem Satz zu sagen: Ja Panik ist im deutschsprachigen Pickelpop das, was Robert Smith und the Cure zu Punk war: nett, flächig, fertig.

Der Grund aber, warum sich Spex, Intro, Staatsakt, Byte Fm und mehr zu einer solchen einmaligen Hyperhypeallianz zusammengeschlossen haben ist wohl der, dass es hinter Distelmeyer gerade nichts anders gibt zum “gut” finden (oder liegt es an einem geheimen Staatsakt Plan die Republik(en) zu kontrollieren?). Dafür werden mittelprächtige intellektuelle Texte (ich bin ungeschickt / like a rich mans child -hä? Ich trinke destillierten Hass -hä?) auf mittelprächtige Riffs mit mittelprächtiger dünner Instrumentation (Keyboards, ja, Slidegitarre, ja, Hoppeldrums, ja, britische Synapsen ansprechen) auf mittelprächtig dünnen Sound (ja, Moses Schneider macht halt immer nur seinen Job, Leute) montiert, der in seiner Wurmseligkeit alle mal therapierten Betroffenheitsgefühle triggert. Was soll das also? Ist der letzte Rumpf der deutschen Indieszene (Spex, Intro, Staatsakt, Byte Fm) schon so sehr am Rand, oder überlegen sie sich etwa, Österreich ein zweites mal -rein kulturell natürlich- zu annektieren? Ja Panik sind (zu diesem Zeitpunkt) nicht mehr als neu-bornierte Egos von an jeder Ecke herumstehenden Käsefüßen, denen man dies durch ihr jüngeres Alter verzeiht, und ganz gut verkaufen kann — tausend hüpfende Mädchen werden sich nicht irren!

Als Beleg dieser ich-habe-gerade-an-meinen-ersten-Joint-gezogen-und-habe-nun-ganz-viele-Löcher-im-Kopf-die-mir-Raum-zum-reflektieren-geben Grottentext:

Es ist nicht einfach, über Dinge zu sprechen, die sich einerseits ganz von selbst aus einem herausschälen, andererseits aber einen stets aggressiven Geist verlangen, der, wach selektiert, um sich nicht einlullen zu lassen, von den (Blick zum Himmel) allzu großen Gefühlen, hirnlose Geborgenheit reproduzierend(e) Gefühle (Blick zum Himmel), mit denen sich nur die Allerdümmsten wohlig einsauen(?) und ins Off setzen. Der durchschnitllich kaukasische Jammerlappen pocht zwar auf die Vorzüge seines Herzens, und die Einmaligkeit seines Leidens, aber mehr als eine Mode repräsentiert sein zerrüttet designtes Innenleben dann doch wieder nicht usw.

(Yeasss – lass mich dies sein – lasst mich dies sein – höre ich mich rufen! Lass mich in diese Falle treten, ich fühle mich dort gut aufgehoben!)

Den weiter-selbstquälerischen Rest könnt ihr weiter(hin) hier sehen:

Nachtrag: Bei Blue Eyes erstmals hinhören können. Danach (Als habe ich…) verändert sich die Platte hin zu 70er Amirock, gleich an Meat Loaf gedacht…

http://ja-panik.com/index.html



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