HTRK – Marry Me Tonight


(VÖ: 16.3.2009, Blast First Petite)

März 27th, 2009 | 0 Kommentare ...  

HTRK – Marry Me Tonight

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HTRK, oder auch Haterock, warteten nun schon seit über zwei Jahren darauf, dass ihr schon 2006 in Grundzügen aufgenommenes Studio Album Marry Me Tonight erscheint. Nun ist es Anfang März auf dem exklusiven Mute Unterlabel Blast First Petit erschienen, eine gute Adresse für die Band, die anders klingen will als wie viele, die mit den in Rock gebrauchsbanalen Instrumenten Gitarre Bass Schlagzeug und Stimme auszukommen haben.

Um das zu erreichen legen es HTRK quasi mit sich selbst an, verneinen ihren eigenen Rock bis zur fast Unkenntlichkeit, bremsen ab, verschleppen, verhallen und verwischen, und, wäre es nicht genug, packen noch eine Überseeladung thematisierter Probleme drauf, so als würde man anstelle einer Musiker- eine psychosomatische Patientenkarriere starten wollen.

Dadurch dauert es eine Weile, bis man unter dem drückenden Teppich der monoton leidend-depressiven Stimme der Sängerin Jonnine Standish und ihrer einarmig gespielten Standtom, die das limbische System stoisch antreibt wie die zum verrecken verurteilten Sklaven einer römischen Galeere, und den beiden heldenhaft epischen Sean Stewart am dumpf schleppenden Bass und Nigel Yang an der traumatisch verzerrten, entfremdeten Gitarre so etwas wie Licht erblickt. Denn wenn man sich erst einmal  mit den in den Songs innewohnenden versteckten Schichten und verstohlenen Schönheit angefreundet hat, begreift man auch was HTRK gebührt: höhere Anerkennung als Avantgarde.

Dass Rowland S. Howard, die bekannte Birthday Party Gitarrenlegende diese Platte produziert hat passt nur dazu, fällt hier musikalisches Vorbild und ausführendes Organ noch zusammen. Zwar atmet Rent Boy viel von einer wüstenähnlichen Schönheit, macht sich frei durch eine filmreife Melodie die zum Glück nur entfernt an Nick Caves Let Love In erinnert, und ist in ihrer Traurigkeit so was wie der einzige Ausweg dem ganzen schönen Dilemma namens Hassrock, dennoch stellt sich am Ende die Frage wohin die Reise nach ihrem Debut Album denn gehen wird, ob sie imstande sind sich weiter zu entwickeln, und vielleicht die eine oder andere innere Leere auszufüllen.

www.myspace.com/htrk



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