Hot Chip – One Life Stand


(EMI, VÖ: 29.01.2010)

Februar 2nd, 2010 | 0 Kommentare ...  

Hot Chip – One Life Stand

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Die bisherige Laufbahn von Hot Chip verläuft in einer faszinierenden Stromlinienförmigkeit. Erst Geheimtip, bald darauf (fast) Everybody’s Darling und nun schnurstracks ganz hinauf in den Pop-Olymp. Dort sind die fünf Briten mit ihrem vierten Album One Life Stand definitiv angekommen. Vom sublimen, mit einigen wunderbaren Perlen wie Crap Kraft Dinner und super Songtiteln (Down with Prince) ausgestatteten , lo-fi mäßig anmutenden Debütalbum Coming on Strong bis zum außergewöhnlichen, aber stellenweise zu glattgebügelten und kurzzeitig auch mal richtig über die Ziellinie hinaus schießenden Megaseller Made in the Dark war es ein nur scheinbar kurzer Weg. Zwischen diesen beiden Etappen stand das hinreißend perfekte The Warning. Ein Platte die nur sehr schwer zu toppen ist. Wer unter anderem bei And I Was A Boy from School oder (Just like we) Breakdown nicht geflasht vor den Boxen hängt hat den Schuß definitiv nicht gehört. Ab da waren Hot Chip in allen Ohren, einen Augenblick später in jeder halbwegs relevanten Best-of-2006 Liste ganz vorne zu finden. Schlagartig waren sich vom Mixmag Magazine bis zum NME alle Rezensenten einig.

Alle Stücke auf One Life Stand widmen sich nun der Liebe. In all ihrer unterschiedlichen Schattierung. Genauso wie es die Kraft der universellen Liebe vermag, entfalten die zehn Stücke eine wahrhaftig heilende Wirkung. One Life Stand ist Soul Music auf dem neuesten Stand der Dinge. Natürlich ist die Stimme von Alexis Taylor, vor allem über die Länge eines Albums, nach wie vor limitiert und stößt recht schnell an ihre Grenzen. Aber auch wenn er es, was das Stimmvolumen anbelangt, nie und nimmer mit einem Stevie Wonder oder Curtis Mayfield aufnehmen kann, seine Vocals sind trotz ihrer Zaghaftigkeit intensiv und immer glaubwürdig. So richtig für den Floor sind We have Love, Take it und der Titeltrack konzipiert. Bei dem von Streichern getragenen I feel better und dem mehrstimmigen Gospel Slush handelt es sich um zwei absolute Heartbreaker, die man in dieser Form auch Hot Chip nicht unbedingt zugetraut hätte.

Von Anfang bis Ende ist One Life Stand derart eingängig, dass es fast schon einer Unverschämtheit gleichkommt. Diesem Album wird es nicht viel anders ergehen als seinen Vorgängern. Love it or Hate it. Dazwischen gibt es nur sehr wenig. Für mich ist es genau das, was eine wirklich tolle Band zu einer ganz besonderen macht. Spätestens mit One Life Stand haben sich Hot Chip ihr ganz eigenes Universum geschaffen.

www.myspace.com/hotchip



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