Happy Birthday – Happy Birthday


(VÖ: 19.03.10/Sub Pop)

März 16th, 2010 | 0 Kommentare ...  

Happy Birthday – Happy Birthday

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Herzlichen Glückwunsch, Happy Birtday: Ihr habt es tatsächlich locker in meine persönlichen Top Ten der dämlichsten Bandnamen geschafft! Da will man dann gar nicht mal wissen, wie und in welchem Zustand ihr denn DARAUF gekommen seid.

Gut beraten allerdings, wer sich weder von dieser Namensgebungssünde noch von der ach so sexy swingend daherkommenden Single Girls FM (bereits im Januar digital auf dem Sub Pop-Sampler Cybersex Digital erschienen) abschrecken lässt, sondern diesem Debüt mal in seiner Gesamtheit sein Hörorgan leiht. Dann versteht man nämlich ziemlich schnell, warum sich nicht nur Devandra Banhart kürzlich als großer Fan dieses Trios outete, sondern auch etliche Kritiker geradezu ins Schwärmen geraten sind.

Sub Pop nahm die Band, die sich eigentlich nur für eine Show in ihrer Heimatstadt Brattleboro in Vermont gegründet hatte, unter Vertrag ohne vorher überhaupt einen einzigen Ton gehört zu haben. Wieder so eine Geschichte vom märchenhaften Aufstieg einer Handvoll talentierter Jungspunde? Naja, in diesem Fall wohl nicht, denn mit Frischlingen im Musikgeschäft hat man es hier wirklich nicht zu tun. Kyle Thomas, auch als King Tuff bekannt, war bei Witch der Mann mit der Gitarre vor J Mascis am Schlagzeug, zusammen mit Sängerin/Schlagzeugerin Ruth Garbus ausserdem bei Feather zugange, und Chris Weisman, der dritte im Bunde, musiziert eigentlich im Duo mit Greg Davis.

Die Protagonisten haben sich einen gewissen Status als schon durchaus erarbeitet. Warum müssen einige Happy Birthday dann aber gleich zur neuen ‘Supergroup’ hochjubeln? Wenn es allerdings dabei hilft ein paar mehr Menschen auf dieses äußerst interessante Album aufmerksam zu machen, so sei es akzeptiert. In Thomas’  Musik stehen sich diesmal toller Pop und giftiger Anti-Pop  gegenüber. Mehr noch,  sie ergänzen sich.  Frei nach dem Motto : Manchmal ist Kunst mehr als die Summe ihrer Einzelteile.

Es empfiehlt sich tatsächlich mal den kompletten Longplayer durchzuhören und das Ganze ausnahmsweise nicht als die üblich gewordene Aneinanderreihung von unzusammenhängenden Songs zu begreifen, die man sich zwar nach Lust und Laune einzeln runterladen kann, aber nebeneinander gestellt dann doch wie Fremdkörper wirken.  Mal eben reingeskippt gelingt es Maxime the Teenage Eskimo z.B. gerade noch so den großen Bombast-Kitsch zu umkurven. Zwischen das hypnotische Eyes Music und das schräge I want to stay(I  run away) gepackt passt es auf einmal perfekt. Insgesamt ein rundes Konzept; Respekt dafür. Auch wenn Girls FM selbst nach dem x-ten Durchhören immer noch wie ein Fremdkörper wirkt.

P.S.: Die Songtitel schlagen den Bandnamen qualitätstechnisch übrigens um Längen. Mein persönlicher Liebling: Pink Strawberry Shake. Prost!

Links:
Album Stream: http://soundcloud.com/subpop/sets/happy-birthday

http://www.myspace.com/brattleborohousecartoon

http://www.subpop.com



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