Gang Gang Dance – Saint Dymphna


VÖ: 24.10. / Warp/Rough Trade

November 14th, 2008 | 0 Kommentare ...  

Gang Gang Dance – Saint Dymphna

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Es macht mich zugegebenermaßen etwas nervös über etwas zu schreiben das in der Kunstmusik Welt alle 5 Minuten genannt wird. Aber dann liegt diese Platte auch schon seit zwei rekordverdächtigen Wochen auf dem Plattenteller und will da einfach nicht runter. Vielleicht weil Gang Gang Dance den berühmten Unterschied ausmacht zwischen denen, die Kunst als Krach oder Kunst als eine nicht gerade aushaltbare Form nicht besonders nachvollziehbarer Sounds erachten, und na ja, trotzdem in jeder Ecke als großer Maßstab erhoben werden. Und dann gibt es dieses Trio aus Brooklyn, das die erweiterten Dimensionen von Schönheit, Einfachheit und Eleganz mit einer eigenen Geistersprache in eine Biosphäre hebt, die auch die nicht Kenner verzückt. Ihr merkt schon, ich rede hier ziemlich gestelzt, aber sehr viel weiter darf man sich von dieser Band auch nicht entfernen, will man nicht den Anschluss verlieren. Was man auf ihrer dritten Platte Saint Dymphna, welche konsequenterweise auf Warp erschien, zu hören bekommt, ist ein reichhaltiger Trip diametral zum Schubladendenken respektive Eklektizismus pur.

Haben New Yorker Bands schon eine gewisse Exzentrik, treiben dies Gang Gang Dance auf die Spitze insofern, als dass sie sich keiner Konvention mehr beugen. Ihr mix aus Dub, Elektronika unterlegt mit tribal percussivem mal mit, mal heftig gegeneinander antretenden, ineinander übergehenden Tracks, Hornbläsern, 80er Fetzen, fast Genesis bzw. Pink Floyd Chords, soft, smart, tanzbar, leicht hörbar, mal Björkeskem Schrei, mal seelenruhigem Wiegen in Harmonie, das hat man lange nicht erfahren. Und dann ist da diese eingebaute Grime Nummer Princes mit den `Prince of Grime’ Tinchy Stryder am Mic (junger UK-Star mit Top 40 Hit & Kollabos mit The Streets & Craig David).

Nur ab und wann dann frage ich mich, ob nicht doch ein größeres Layout hinter der Platte steckt? Wenn dann insofern, als dass am Anfang und Ende das Perkussive steht, und in der Mitte jeweils ein Hammertrack. So gesehen kann man Saint Dymphna auch als eine Super-Maxi Single btrachten, mit viel schöner Deko drumrum.



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