Franz Ferdinand – Tonight


Februar 5th, 2009 | 0 Kommentare ...  

Franz Ferdinand – Tonight

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Auf Franz Ferdinands MySpace Seite konnte man bis vor kurzem das gesamte neue Album anhören. Ihre Single Ulysses dudelt einem ja auch schon seit Wochen aus dem Radio, nur um auf diese Veröffentlichung, der wie die Niederkunft der güldenen Haarnadel entgegengeredet wird, vorzubereiten. Um es gleich zu sagen: Tonight (das Album) ist – langweilig.

Zugegeben, ich hatte etwas geradezu Nebensächliches zu tun, als das Album aus dem Netz über die Anlage strömte. Doch nach dem ersten Durchhören blieb erst einmal nichts hängen. Kein Song, keine Note oder Phrase die besonders herausragte, oder einfach Catchy genug war um die Aufmerksamkeit auf dieses Werk zu lenken. Vom “austoben auf Beat- und Bass-Bedröhnung”, wie es im Info heisst, ganz zu schweigen. Aufdrehbare Franz Ferdinand Gossenhauer wie Matinee oder Take me Out bleiben unerreicht, und für den nächtlichen Dancesektor gibt es überhaupt steilere Produktionen.

Erst beim zweiten Hören fiel mir sogar auf, dass sich Franz Ferdinand (All Ma Pals) wie die schlechteren Strokes aufführen. Vielleicht war die Band – mit dem in Deutschland nicht möglich gewesenen Vornamen – über all die Zeit uninspiriert, weil die Strokes seit geraumer Zeit nichts mehr machen (müssen)?

Egal, ich frage mich ernsthaft, worüber die versammelte Popkritik so sehr jubelt. Die unterschwellig an Take Me Out Zeiten erinnerende Phantasiebeigabe, dass dieses Album einen “durch die Nacht führt”, kanns ja nicht sein. Eher eine große Bilder schürende Marktmacht (Plattenfirma Domino releast u.a. auch Animal Collective und Arctic Monkeys), die die Umsetzer des Marketingplans umnächtigt und zum Gut-finden-müssen verdammt. Wie sonst kann ihr dritter Release im Vorfeld schon als Doppel-Album, Doppel-CD De-Luxe Edition und als Franz Ferdinand Box mit Doppel-CD, DVD und sechs (!) Singles (7″) erscheinen – neben der (ok-ok-gadgy) Single Ulysses jeweils in 2, 3 oder 5-fach Song Verpackung.

Dabei sollten gerade Kritiker und Rezensenten von falschen Bildern absehen, und der Tatsache Rechnung tragen, dass es eine Fülle von irgendwie interessanteren Acts gibt.

Hinter den in diesen Wochen schon erschienenen Alben von z.B. The Crystal Stilts, White Lies oder Heart On der Eagles of Death Metal steht noch eine Armada guter Bands in den Startlöchern wie The Hunches, Die! Die! Die!, Wavves, Telpathe, Lovvers, Esser, Slow Club, The Tunics, Pulled Apart by Horses, Joe Gideon & The Shark, And So I Wish You From Afar, Horrors oder Klaxons nicht mal gerechnet.

Erst am Schluss von Tonight wartet ein nettes Mädchen namens Katherine, das von Alex Kapranos mit seiner dazu passenden, ältlichen Stimme auf der Gitarre akustisch begleitet wird. Darauf habe ich nun 12 Songs lange gewartet.



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