Eels – End Times


(Vagrant Records/Cooperative Music/Universal) VÖ: 22.01.2009

Januar 27th, 2010 | 0 Kommentare ...  

Eels – End Times

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Es ist schon seltsam: Die Eels sind seit mittlerweile knapp 14 Jahren im Geschäft und haben bis heute eigentlich noch kein einziges wirklich schlechtes Album hingekriegt.  Aber bis auf einige Mitpfeif-Songs, die man ab und an im nicht ganz so formatierten Radio aufschnappen kann, sind sie immer irgendwie haarscharf an der wirklich großen Popularität vorbeigeschrammt. Und das, obwohl es nach dem Debüt Beautiful Freak Mitte der 90er mal kurz so aussah, als könnten sich diese bittersüssen Popsongs bis in alle Ewigkeiten in den Gehörgängen der Indie-Massen festbeißen.

Mark Everett aka E – Mastermind, Multiinstrumentalist und Chef-Kauz vom Dienst – dürfte das aber wohl ziemlich egal sein, schließlich versteht er seine Musik schon immer auch als eine Art Selbsttherapie, mit der er seine, nicht gerade wenigen Schicksalschläge zu verarbeiten sucht. Unbedingt empfohlen sei hierzu seine Biographie Things Your Grandchildren Should Know, nach dessen Lektüre man die Eels mit etwas anderen Ohren hört.

Gerade mal sechs Monate nach der Rock’n Roll -Großtat Hombre Lobo, gibt es nun schon wieder Neues zu vermelden. End Times entpuppt sich dabei recht schnell – wie so oft im Eel’schen Veröffentlichungszyklus – als der Gegenentwurf zu seinem Vorgänger, beleuchtet gewissermassen die zweite Seite der Medaille. Ja beide Alben gehören unzweifelhaft zusammen, thematisieren sie doch Anfang und Ende des trauten Zusammenseins, schnöde auch Beziehung genannt. Nach den Schmetterlingen im Bauch folgt nun also der große Katzenjammer, den Mr. E dann auch stilgerecht mittels Vierspur-Rekorder im heimischen Keller – übrigens fast komplett im Alleingang vertont hat.

Die Songs drehen sich um Einsamkeit, das Älterwerden, die Trauer um das Verlorene, und man hört den Schmerz wirklich in jeder Note. Selbst die etwas rockigeren Ausflüge Gone Man, Paradies Blues und Unhinged, die zunächst wie trotzig eingestreute Hoffnungsschimmer anmuten, wirken zwischen all den akustischen Balladen, die stellenweise wie fragile Skizzen von Dylan oder den späten Beatles daherkommen, eher wie verzweifelte Durchhalteparolen.

Der Opener The Beginning gibt die Grundlinie vor, ist Aushängeschild und Höhepunkt in einem. Eine zurückgenommene Akustikgitarre bereitet den Weg für eine Melodie-Linie, die durch ihre traurige Schönheit besticht, vorgetragen mit einer zerbrechlichen, aber gleichzeitig alles überragenden Stimme. Das schafft in gerade mal zwei Minuten heute nicht mal mehr Neil Young. An diese nahezu perfekte Vertonung von Melancholie kommen die übrigen Stücke dann auch nur selten heran. Am ehesten gelingt das noch in Little Bird, dem zugänglichsten Song des Albums.

Trotz all diesen dunklen allgegenwärtigen Färbungen und der allgegenwärtigen Tristesse, die Everett zuvor noch nie so konsequent umgesetzt hat, bleibt es dann aber doch eine durchaus typische Eels-Platte. Neu erfunden hat er sich diesmal nämlich nicht, auch wenn die auffallend vielen Selbstzitate aufgrund der erstaunlichen Homogenität dieses Album (noch) nicht wirklich langweilig wirken.

www.myspace.com/eels



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