Driver&Driver – We are the World


Januar 24th, 2011 | 1 Kommentar ...  

Driver&Driver – We are the World

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Stop! Einen Moment innehalten bitte und an unverschämte Momente denken, zB. als Trio es wagte in der ZDF Hitparade DaDaDa zu “singen”, um damit anschließend auch noch die deutschen Charts zu dominieren! Das waren Zeiten in denen mit viel Glück noch ein paar Überraschungen drin waren, Plattenlabels noch nicht von komplett verblödeten Jungmanagern ohne Sinn für Musik betrieben wurden und die Medien noch halbwegs empfänglich für Neues waren.

Gäbe es nicht solche Geschmackstester wie Staatsakt Records, wer weiß ob diese Platte überhaupt noch wahrgenommen werden würde. Dabei schwingt auf Patric Catanis und Chris Imlers neuem Projekt Driver&Driver so viel Umstürzlerisches mit, dass, würde es noch solche Instutitionen wie Musik-Fernsehen geben, man sich Driver&Driver gleich dorthin wünschen will, um all die Ich und Ichs, Atzen, Fantas, Kalkbrenners und David Guettas mit einem kratzig-fettigem Stück wie “Kuchen” wegzufegen.

Nichts an diesem Debut schleimt, alles ist extremst abnickbar und aufmüpfig ungezogen dergestalt, dass sich jede Irrititation über diese 15 Stücke nach und nach als das längst vergessene, weil unbediente Spitzendenken entpuppt, endlich mal wieder was in die Hand zu bekommen, mit dem aber auch jeden abhängen kann, der erst später drauf kommt, so: I was a Driver before you were a Driver!

Driver&Driver sind Patric Catani, Elektropunk der ersten Stunde seit EC80R und Arrangeurirrwisch mit Candie Hank sowie Schlagzeuger Chris Imler (von Golden Showers zu Jens Friebe und dazwischen) zwei der durchgeknalltesten Berliner Entrepreneure. Dass es gut zehn Jahre gebraucht hat, bis sich diese beiden gefunden und arrangiert haben, ist das eigentlich Überraschende. Dafür wird jetzt nichts ausgelassen: ob Schlepp-Gabba, Kirmes-Kracher, Nerdgefühle über 8-Bit-Dominanz zur bescheuert-Flatrate, Debil-Dub, Industrial-Garage-No Wave-HipHop-Noise oder, zur großartigen Abwechlung, auch mal slicken Synthipop, Driver&Driver entlarven einem die eigene Alltagskultur, als wäre man selbst schuld, all das so still und leise ertragen zu haben.

Da entpuppen sich Driver & Driver nicht als stumpfe Schläger, sondern als viel zu feine Schweine im System, die dieses gnadenlos analysieren, auseinandernehmen und bloßstellen, und aber gar nichts auslassen. Verknüpft mit abgefahren treibenden Sounds, irren Lachern und Texten wie “Ich bin kein Model und es sieht schlecht aus” (uva!) legen sie ein Debut vor, dass man sich unbedingt anhören muss (inkl. Dorfdisco Foto im Booklet – hallo, wo ist der Credit?). Was will man mehr? Willst du den heissestesten Scheiß, dann bist du Driver& Driver, garantiert!

http://www.driver-driver.de/

                             
 
 



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