Die Türen – AbCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ


(Staatsakt / Rough Trade , VÖ 10.2.2012)

Februar 3rd, 2012 | 0 Kommentare ...  

Die Türen – AbCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Von

Vorneweg:

Musikalisch: unerheblich.

Inhalt: mentale Hipster-Bohéme gefangen im Diskurskalauer.

Und: Selig sind die geistig Armen, denn ihrer ist das Himmelreich, will man denen zurufen, die im deutschen Diskurs-Popzirkus mit angeben.

Der Berliner Band Die Türen ist sich nichts umfassend oder verwurstelt genug um möglichst weit vorne in der Aufmerksamkeit schwer-denkender Musikgeschäftsnerds mitzumischen. Schließlich bedurfte es schon eines Staatsakt’s als Label, das mitlerweile mit einer ganzen Reihe nicht ganz uninteressanter, deutschsprachiger Witzhanseln bestückt ist, oder, wie in diesem Fall, ein Albumtitel als vorschulhaftes Bastelhappening fortgeführt wird.

Staatsakt Oberst Maurice Summen aber ist nicht nur Labelchef und der Die Türen chefdenkender Sprachgeber, er ist auch längst deutsches Popestablishment, wird zu (popeligen) Popdiskussionen eingeladen und in Mainstreammeinungsmedien wie dem Spiegel bemüht, wenn nicht gleich Raum in INTRO, SPEX, taz, FAZ, BZ oder dem bayrischen Rundfunk eingeräumt wird.

Das ist Markenmukking par excellence, mehr Gebläse und Macht über die Ehrfurcht der Anderen kann man nicht kriegen. Läuft es in der hiesigen Abgrenz-Bohéme denn auch nur über Text, die Haltung, das Statement, so positionieren sich Die Türen auf AbCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ mehr denn je im fröhlich angereimten Sozialschnall vermeintlich besserer Zeiten, als es noch Punks, Post-Waver oder 68er oder “als die Mauer eine Mauer war” gab und Fronten erkennbar waren, also einer Zeit, die Summen nicht erlebte, thematisch eingerührt und zusammengemischt mit sonstigem Pop-historischem Allerlei. (Es existiert angeblich auch ein Handbuch zum Album, in dem Summen 50 Jahre Popphilosopie aufführt, aber das bekamen wir nicht).

Die Musik spielt dazu einen Hippie-happy Retro-Neu-Reich mit Spechtl’s (Ja, Panik) Bindfadengitarre, auf dass kein wirklicher Tiefgang entsteht, eher upper-classiger Schnösel-Pop, dort, wo die nicht-Hartz-4 beziehenden Musiker dreckig und underground klingen, oder wenn überklassifiziert, neu.

Alles in allem eine Musik einer Zeit und Gesellschaft, die sich selbst super findet und nichts mehr braucht, als ihre eigene existentielle Reinwaschung in Buchstabensuppe und Sinnsalat.

Ein guter Kalauer aus dem Album: “Böse Menschen haben keine Lieder, sie laden nur darnieder” (aus Pop ist Tot).

Zweiter guter Kalauer: “Mindestliebe statt Mindestlohn” (in Leben oder Streben).

Unser Kalauer: Text zu 52% gekürzt.

Dieser Band was Gutes tun:



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